EINSCHREIBEN

An den Ombudsmann der CAU – Christian Albrecht Universitaet

Frau Prof. A. Pistor-Hatam

Herr Prof. A. Susenbeth

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         25.01.2013

 

Betr: Ablehnung der Habilitationsschrift von Dr. Uwe Schleiff zum Thema ‚Wasseraufnahme aus Salzboeden durch Wurzeln von Kulturpflanzen unterschiedlicher Salztoleranz unter besonderer Beruecksichtigung des Rhizobodens’, eingereicht bei der Agrarwissen-schaftlichen Fakultaet der CAU (1983) – Antrag auf Nachpruefung

 

Sehr geehrte Frau Pistor-Hatam,

sehr geehrter Herr Susenbeth,

 

auf Vorschlag des ‚Ombudsmannes fuer die Wissenschaft’  wende ich mich an Sie mit der Bitte, eine faire und unvoreingenommene Neubewertung meiner Habilitationsarbeit (Publika-tionen und zusammenfassende Schrift) vorzunehmen. Ich hatte sie im August 1983 in Zuge meines Habilitationsverfahrens an der Agrarwissenschaftlichen Fakultaet der CAU einge-reicht, die endgueltige Ablehnung wurde mir am 12.02.1986 zugestellt. Die von der Fakultaet unter Leitung von Prof. H.P. Blume beschafften Gutachten zu meiner Habilitationsschrift blieben laut CAU-Satzung 10 Jahre unter Verschluss, so dass es damals fuer mich keine ange-messene Chance fuer einen Erfolg versprechenden Einspruch gab. Inzwischen gehe ich jedoch davon aus, dass nach den zahlreichen bekannt gewordenen Missbrauchsfaellen im Wissenschaftsbetrieb auch die CAU ein Interesse daran hat, ihre wissenschaftliche Integritaet zu beweisen und im Falle von nachweislichem Fehlverhalten ihrer Mitglieder/Institutionen ihren Beitrag zur Aufklaerung zu leisten bereit ist und ihre Mitglieder nicht um den Preis wissenschaftlicher Serioesitaet nur schuetzen will.

Die Ueberpruefung meines Falles wird zeigen, dass Fehlverhalten in der Wissenschaft keine Einbahnstrasse ist, in der der Doktorand/Habilitand durch eventuell wissenschaftliches Fehlverhalten wie im Falle von Frau Prof. Dr. Schavan vor ueber 30 Jahren  aufgefallen ist. Der umgekehrte Fall scheint mir mindestens genauso gravierend zu sein, dass etablierte und hoch dekorierte Professoren selber durch Manipulationen als Delinquenten fungieren, meist zum persoenlichen Vorteil oder dem ihrer Seilschaft, aber zum nachhaltigen Schaden des wissenschaftlichen Fortschrittes und des benachteiligten Wissenschaftlers.

Die Ablehnung meiner wissenschaftlichen Leistung durch die Fakultaet erfolgte im Wesentlichen auf der Basis eines manipulierten Gutachtens, das auf Betreiben von Prof. H.P. Blume/Bodenkunde von Prof. Konrad Mengel/JLU Giessen eingeholt wurde. Eine unvorein-genommene Pruefung wird zeigen, dass mein Habilitationsverfahren scheiterte, weil ich mit meinen Arbeiten ein einmalig neues und Erfolg versprechendes Konzept zum Verstaendnis der Salztoleranz von Pflanzen im Bewaesserungsfeldbau praesentiert habe, das allerdings den damaligen Interessen fuehrender deutscher Seilschaften in der Pflanzenernaehrung/Boden-kunde widersprach und in seiner Komplexitaet wohl auch den Kenntnisstand der Gutachter ueberforderte. Laut Habilitationsordnung der Fakultaet ist es einem Habilitanden jedoch ausdruecklich nicht untersagt, auch neue Erkenntnisse vorzutragen. Auf der Website www.pedologen-filz.salinity.de finden Sie ergaenzende Informationen (plagiarius agrarius).

Um mein mit DFG-Mitteln neu entwickeltes Konzept nicht auch noch in den Kellern der CAU verschwinden zu lassen, habe ich es trotz Ablehnung in den letzten Jahren auf freibe-ruflicher Basis international erfolgreich zur Publikation anbieten koennen, siehe beigefuegte Publikationsliste (Anlage 1). Zuletzt habe ich zu meinem Thema auf der DBG-Tagung in Leipzig einen Vortrag gehalten (16./17.11.2012 am UFZ, DBG-Komm.I, Bodenphysik und Bodenhydrologie; Thema: ‚Mechanistic Approach to Understand Salt Tolerance of Irrigated Crops’; DBG-Mitteilungen, im Druck; Anlage 2). Es gab keine fachliche Kritik, im Gegenteil.

In Anbetracht der eindeutigen Hinweise auf ‚Fehlverhalten’ und Machtmissbrauch durch Mitglieder der Agrarwissenschaftliche Fakultaet der CAU waere es mehr als Recht, wenn Sie als unabhaengige, hochschulinterne Einrichtung zur ‚Selbstkontrolle der Wissenschaft’ ein Verfahren zur Richtigstellung der fachlichen Bewertung meiner Habilitationsarbeit und Publikationen einleiten.

Wegen einer Auslandsreise bin ich erst ab 26.2. wieder in meinem Buero erreichbar. Ich bitte um eine Eingangsbestaetigung und erhoffe eine sachgerechte, unvoreingenommene Aufarbeitung und Fairnis.

 

Mit freundlichem Gruss,           Ihr                   Uwe Schleiff