An den

Praesidenten der CAU Kiel

Herrn Prof. Dr. Gerhard Fouquet

Christian-Albrecht-Platz 4

24118 KIEL

                                                                                                                                  01.06.2013

 

Betr.:    Antrag auf Pruefung, ob in der Beurteilung meiner Habilitationsschrift durch die

Agrarwissenschaftliche Fakultaet Kiel unter Leitung von Prof. H.P. Blume ein

Betrugsfall vorliegt, der nicht den ‚Regeln guter wissenschaftlicher Praxis’

entsprochen hat.

 

Sehr geehrter Herr Praesident,

mit grossem Interesse habe ich in der KN vom 22.05.2013 den Artikel ‚Neue Regeln fuer Doktorarbeiten’ gelesen, in dem berichtet wird, dass Sie sich fuer eine bestmoegliche Qualitaetskontrolle zur Verhinderung von Plagiatsaffaeren und Betrug im Wissenschafts-betrieb einsetzen wollen. Es wird ausdruecklich daraufhin gewiesen, dass es im Betrugsfall keine Verjaehrungsfrist geben werde. Ich beglueckwuensche Sie zu diesem Entschluss, der anbetracht des bisherigen Umgangs mit ‚Schummeleien’ im Wissenschaftsbetrieb in der Tat ein revolutionaerer, aber auch ueberfaelliger Schritt zur hoffentlich wirksamen Selbstkontrolle ist, wenn sich Universitaeten die ihnen bisher gewaehrten Freiheiten und Privilegien erhalten wollen.

In dem KN-Artikel wird erwaehnt, dass sich die CAU noch mit keinem Plagiatsfall befassen musste (Prof. F. Kempken). Da ich mich schon seit Jahren auf verschiedenen Ebenen um eine fachgerechte Neubewertung meiner Habil.-Arbeit bemuehe, ist mir diese Aussage unverstaendlich. In diesem Jahr hatte ich mit meinem Anliegen im Januar 2013 mit Ihrem Ombudsmann Prof. A. Susenbeth Kontakt (Anlage 1). Das Ergebnis eines Telefonates war, dass diese Angelegenheit die Kompetenzen eines Ombudsmannes uebersteigt. Er empfahl mir, mich an den Dekan der Agrarwissenschaftlichen Fakultaet, Prof. Horn, zu wenden, dem ich mit meinem Schreiben vom 07.03.2013 entsprach (Anlage 2). Gegenueber Prof. Horn aeusserte ich auch Verstaendnis dafuer, wenn er das von mir beantragte Verfahren an jemanden uebertragen wuerde, der Prof. H.P. Blume (Leitung des beklagten Habil.-Verfahrens) weniger als Herr Horn selber in grosser Dankbarkeit verbunden ist, da er als sein Schueler seit ueber 35 Jahren mit Prof. Blume bis heute eng zusammen arbeitet. Prof. Horn teilte mir auf Anfrage mit, dass er meinen Antrag an die ‚Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens unter der Leitung von Prof. Dr.jur R.Meyer – Pritzl’ weitergeleitet habe und diese Kommision mit mir Kontakt aufnehmen werde (Email vom 06.05.2013). Leider habe ich trotz Nachfrage bis heute keine Eingangsbestaetigung oder eine kurze Nachricht von Prof. Meyer-Pritzl erhalten, so dass ich verunsichert bin.

Ich wende mich nun an Sie mit der Bitte, mein Anliegen zu unterstuetzen. Leider kann ich mich nicht des Eindruckes erwaehren, dass mein Antrag bisher nach dem Prinzip des ‚Verschiebebahnhofs’ von einer Uni-Institution zur naechsten  weiter gereicht wurde, ohne dass es Aussicht auf ein konkretes Ergebnis gibt. Den KN-Artikel interpretiere ich so, dass dieser Arbeitsstil sicher nicht in Ihrem Sinne ist, wenn Ihre Forderungen nach effektiver Qualitaetskontrolle und Transparenz in der Praxis so gehandhabt werden.

Ich moechte Sie um eine Eingangsbestaetigung bitten, gerne auch per Email, und mich ueber den Fortgang meines Antrages zu unterrichten.

Mit freundlichem Gruss,

 

4 Anlagen:

1. Schreiben an CAU-Ombudsman vom 25.01.2013; 

2. Schreiben an Dekan der Agrarwissenschaftlichen Fakultaet Prof. R. Horn; 

3. Publikationsliste Schleiff; 

4. DFG-Habil.-Stipendium Doris Vetterlein;

5. siehe auch: www.pedologen-filz.salinity.de