Woertliche Abschrift des Gutachtens von

Professor Dr. ANTON AMBERGER, TU-Muenchen/Weihenstephan,

ehemaliger Leiter des Instituts fuer Pflanzenernaehrung.

Eingang bei Agrarwissenschaftlicher Fakultaet CAU Kiel unkenntlich gemacht (~Okt./Dez. 1983; dieses Gutachten blieb 10 Jahre unter Verschluss)

Gutachten zur Habilitationsschrift  Dr. U. Schleiff

Die von Herrn Schleiff vorgelegte Habilitationsschrift entspricht in Form und Inhalt in vollem Umfange den nach § 2 der Habilitationsordnung geforderten Habilitationsleistungen. In der Einfuehrung eroertert Herr Schleiff – weitgehend sich begrenzend auf den Bewaesserungs-feldbau – die durch den Einsatz salzhaltigen Bewaesserungswassers sich entwickelnden Schadwirkungen auf die Struktur des Bodens und das Wachstum der Pflanzen. Es ist ihm gelungen, in klarer, knapper Sprache die Erkenntnisse der Literatur kritisch darzustellen und gleichzeitig auf die von ihm aufgestellte Arbeitshypothese und gesteckten Untersuchungsziele hinzufuehren. Die eigenen Ergebnisse, die Herr Schleiff in Fachzeitschriften, insbesondere auch englischsprachigen internationalen Zeitschriften veroeffentlichte, werden dann im Zusammenhang und vor dem Hintergrund der einschlaegigen Literatur dargestellt. Der Leser erhaelt ein anschauliches Bild, unterstuetzt von zahlreichen uebersichtlichen Graphiken und Tabellen in chronologischer Folge ueber die Probleme, die sich bei den Versuchen ergaben, und die gewonnenen Erkenntnisse. In einer knapp und praezise gefuehrten Diskussion werden die Ergebnisse nochmals in einer Zusammenschau eroertert. Dabei wird vor allem die Relevanz von Ergebnissen aus Wasserkulturversuchen den eigenen, in Bodenversuchen erzielten Ergebnissen im Hinblick auf die Beurteilung der Salztoleranz von Kulturpflanzen gegenuebergestellt.

Es ist das Verdienst von Herrn Schleiff, die Frage der Kultur von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen auf bewaesserten salzbelasteten Boeden, vor allem unter Einbeziehung praktischer Aspekte, angepackt zu haben. Er hatte den Mut, diese Problemstellungen selbstaendig und weitgehend auf sich gestellt anzugehen und entsprechende Forschungs-moeglichkeiten am Leichtweiss-Institut in Braunschweig aufzubauen. Dabei kamen ihm auch die direkt „vor Ort“ gesammelten Erfahrungen in semiariden Gebieten wie Sued-Italien und Saudi-Arabien zugute und inspirierten ihn zu kreativer Forschungstaetigkeit. Die vorgelegte Habilitationsschrift gibt Nachweis ueber die Faehigkeit des Habilitanden zu selbstaendiger wissenschaftlicher Forschung.

Ich habe Herrn Schleiff bei verschiedenen Gelegenheiten als einen nachdenklichen und kreativen Wissenschaftler kennengelernt, der sicherlich zum ueberdurchschnittlichen akademischen Nachwuchspotential zu zaehlen ist. Eine Habilitation gerade auf dem so schwierigen, aber aeusserst dringend zu bearbeitenden Gebiet der Physiologie der Salztoleranz von Kulturpflanzen duerfte sich aeusserst fruchtbringend fuer das gesamte Gebiet der Pflanzenernaehrung auswirken. Das Grundwissen ist voll einsetzbar fuer Aufgaben, wie sie sich schon jetzt in Diskussionen um den Themenkreis Salz-/Trockenstress von Pflanzen abzeichnen. Ich empfehle die von Herrn Schleiff vorgelegte Habilitationsschrift als Habilitationsleistung anzunehmen.