Dr. Uwe Schleiff                                                                                                                                                                                                    Postfach 19 34
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31.10.2016

 

 

An das

Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht

Brockdorff-Rantzau-Strasse 13

24837 Schleswig

 

betr.:    Ablehnung der kumulativen Habilitationsleistung von Dr. Uwe Schleiff

                        durch die Agrarwissenschaftliche Fakultaet der Christian-Albrecht-Universitaet.

Thema der Arbeit:‚Salztoleranz von Kulturpflanzen unter besonderer Beruecksichtigung

der Salzgehalte des wurzelnahen Bodens’, zusammenfassende Darstellung einschliess-lich  zwoelf  eingereichter Publikationen

 

K l a g e

 

Dr. Uwe Schleiff, Kleine Kirchstrasse 6, 38300 Wolfenbuettel

-Klaeger-

gegen den Praesidenten der Christian-Albrechts-Universitaet zu Kiel,

Christian-Albrechts-Platz 4, 24118 Kiel                                                                                                                                                                -Beklagter-

 

wegen ‚wissenschaftlichen Fehlverhaltens’ und fachlich unqualifizierter Ablehnung seiner Habilitationsleistung durch die Agrar- und Ernaehrungswissenschaftliche Fakultaet der Christian-Albrechts-Universitaet (CAU)

 

Begruendung:

In seinem an den Dekan Agrarwissenschaftliche Fakultaet der CAU, Prof. Dr. R. Horn, gerichteten Schreiben vom 07.03.2013 beantragte der Klaeger die Bewertung seiner Habilitationsleistung ‚Salztoleranz von Kulturpflanzen unter besonderer Beruecksichtigung der Salzgehalte des wurzelnahen Bodens’ nach fachlichen Kriterien, die den Habilitations-ordnungen der Fakultaet und den DFG-Richtlinien zur ‚Guten wissenschaftlichen Praxis’ entspricht. Diese Notwendigkeit ergab sich aus dem Schreiben des Dekans der Agrarwissen-schaftliche Fakultaet vom 12.02.1986, in dem der Eindruck vermittelt wurde, dass die Ablehnung seiner Habilitationsleistung auf dem Urteil mehrerer Gutachter beruht. Das ist jedoch unzutreffend. Die Habilitationsleistung wurde auf der Basis eines einzigen negativen Gutachtens seitens Prof. Dr. K. Mengel, Uni Giessen, abgelehnt, waehrend die drei positiven Gutachten der Professoren Fuehr/Juelich, A. Finck/Kiel und H.P. Blume unbeachtet blieben. Da es sich um ein kumulatives Verfahren handelte, lagen der Fakultaet neben der zusammen-fassenden Habilitationsschrift (146 Seiten) insgesamt zwoelf weitere Publikationen vor, die in anerkannten nationalen und internationalen Fachzeitschriften erschienen waren. Sie waren bereits von etwa zwanzig Gutachtern (zwei Gutachtern/Publikation) positiv bewertet worden. Daraus ist zu folgern, dass die Ablehnung der Habilitationsleistung nichts mit ihrer wissen-schaftlichen Qualitaet zu tun hatte, zumal die Ablehnung massgeblich seitens eines fach-fremden Professors vom Institut fuer Phytopathologie der Agrarwissenschaftlichen Fakultaet der CAU, Prof. Dr. H. Boerner, durch Manipulation der Begutachtung betrieben wurde. Die Akten zeigen, dass hier ein Fall von wissenschaftlichem Mobbing und Fehlverhalten vorgelegen hat, die der Universitaet Kiel unwuerdig sein sollte. Die wiederholten ausser-gerichtlichen Bemuehungen des Klaegers auf verschiedenen Ebenen um eine gerechte Bewertung seiner Habilitationsleistung blieben leider erfolglos.

 

Beweise:

  • Schreiben des Dekans vom 12.02.1986 (Anlage 1)

Laut der damals gueltigen Habilitationsordnung (HO 1976; §9) ist die ‚Entscheidung ueber die Habilitationsschrift… aufgrund der vorliegenden Gutachten’ durch den Habilitations-ausschuss zu faellen. In der Ablehnung wird die ‚negative Stellungsnahme von Gutachtern’ als Grund fuer die Ablehnung betont. Damit wird der Eindruck vermittelt, dass sich mehrere Gutachter gegen die Annahme der Arbeiten als Habilitationsleistung ausgesprochen haben sollen. Richtig ist, dass nur ein einziges Gutachten, das Gutachten von K. Mengel, sich gegen die Annahme der Arbeit ausspricht, waehrend drei Befuerwortungen vorgelegen haben.

Es wird unzutreffend behauptet, dass ‚keine wesentlichen Verbesserungen im Vergleich zur urspruenglich vorgelegten Fassung ….’ festzustellen sind. Richtig ist, dass in der vor-gelegten Neufassung der Aspekt Salztoleranz/Wurzelmorphologie neu aufgenommen wurde. Die weitreichende Bedeutung dieses Aspektes ist noch heute in der aktuellen ‚Salztoleranz-forschung’ unbestritten, zumal dieses Kapitel wegen der hohen versuchstechnischen Ansprueche in den vergangenen Jahren vernachlaessigt wurde und in neuester Zeit als dringend zu bearbeiten gilt.

 

  • Liste der eingereichten anerkannten Publikationen (Anlage 2)

In der HO heisst es unter § 2 (2), dass ‚als Habilitationsschrift koennen auch mehrere wissenschaftliche Arbeiten gelten, wenn sie in einem fachlichen Zusammenhang stehen …’. Dieses Recht hat der Klaeger wahrgenommen und insgesamt zwoelf Publikationen und eine zusammenfassende Darstellung (141 Seiten) eingereicht. Von den zwoelf Publikationen wurden elf in nationalen und internationalen Fachzeitschriften mit Gutachterverfahren (peer-review) angenommen. Wenn man wie ueblich von zwei positiven Gutachten je akzeptierter Publikation ausgeht, sind seine Publikationen von etwa zwanzig weiteren Gutachtern positiv bewertet worden. In dem Habil.-Verfahren wurde die positive Resonanz vor allem auch von internationalen Fachzeitschriften nicht angemessen beruecksichtigt. In einer kumulativen Habilitationsarbeit hat der Klaeger jedoch eindeutigen Anspruch auf Einbeziehung seiner Veroeffentlichungen. Dies ist aus dem Beschluss  des Bundesverfassungsgerichtes (– 1 BvR 3389/08 –; auch Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes) zur Habilitationsschrift von Dr. Alfred Fleissner zu folgern, die er bereits 1981 fertigstellte. Um seine Verbeamtung nicht zu gefaehrden, reichte er seine Arbeit aus taktischen Gruenden offiziell erst am 10.04.1989 beim Universitaetsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) ein.

►   Beweis: BUNDESVERFASSUNGSGERICHT – 1 BvR 3389/08 –

II, 4., Abs. 65

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT BVerwG 6 B 30.12 vom 20.07.2012

[  ECLI: DE: BVerwG:200712B6B30.12.0 ]

 

  • Gutachten der Professoren Fuehr/Juelich, A. Finck/Kiel, H.P. Bume/Kiel, K. Mengel, Giessen (Anlagen 3 bis 8) und Auswahl der Gutachter

Nach Ablehnung der Habil.-Arbeit im Jahre 1986 wurde die Bitte des Klaegers um Einsicht in die Habil-Akte vom Dekanat abgelehnt mit der Auskunft, dass die Akte 10 Jahre unter Verschluss zu bleiben habe. Nach Ablauf der 10-jaehrigen Sperrfrist bat der Klaeger im Jahre 1996 wiederholt um Akteneineinsicht. Nach ueber einem Jahr wurden ihm anonymisierte Kopien der Gutachten zugesandt (Anlage 3)‚ Es wurden ihm die positiven Gutachten der Professoren Fuehr (Anlage 4) und Finck (Anlage 5), und das negative von Prof. Mengel zugestellt (Anlage 6), jedoch nicht das positive Gutachten von Prof. Blume vom 29.05.1985 (Anlage 7). Warum ‚versaeumt’ wurde, ihm Blume’s zustimmendes Gutachten zur Verfuegung zu stellen, sei dahin gestellt. Von der Existenz dieses Gutachtens vom 29.05.1985 erfuhr er erst in einem persoenlichen Schreiben von Prof. Blume, das er ihm im Jahre 2004 als Reaktion auf seine im Internet veroeffentlichte Satire ‚Pedologenfilz’ zuschickte.

Zu beanstanden ist ferner das Verfahren zur Bestellung externer Gutachter, fuer das Prof. H.P. Blume als fachlicher Leiter des Habilitationsausschusses massgeblich verantwortlich war. Unter seiner Leitung und im Widerspruch zu den DFG-Regeln zur ‚Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis’ (DFG – Deutsche Forschungs-Gemeinschaft) wurde Prof. K. Mengel eingebunden, obwohl in Fachkreisen das stark zerruettete Verhaeltnis zwischen den Profs. K. Mengel und A. Finck bekannt war.  Unter diesen Umsstaenden war eine fachgerechte Beurteilung meiner Arbeit durch Prof. Mengel, wie auch von der HO 1976 gefordert, sehr unwahrscheinlich.

►          Zeuge fuer die feindselige Beziehung zwischen den Profs K. Mengel/Uni Giessen

und A. Finck/Uni kiel:

Prof. Dr. Diedrich Steffens

Institut fuer Pflanzenernaehrung

Justus-Liebig-Universitaet Giessen

Launsbacher Weg 31

35398 Giessen

Der Habilitand hat ‚Anspruch auf eine fehlerfreie und verfahrensmaessige Leistungs-bewertung durch sachkundige Personen’. ‚Daraus ergeben sich Anforderungen bezueglich der sachgerechten Auswahl der Pruefer, ihrer Zahl und ihres Verhaeltnisses zueinander, insbesondere bei Bewertungsdifferenzen.

►   Beweis: BUNDESVERFASSUNGSGERICHT – 1 BvR 3389/08 –         II, 2 a)., Abs. 53

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT BVerwG 6 B 30.12 vom 20.07.2012

[  ECLI: DE: BVerwG:200712B6B30.12.0 ]

 

Auf die fachlich unhaltbaren Kommentare im Gutachten von Prof. Mengel machte Prof. Finck in seinem Schreiben an die Fakultaet aufmerksam, das die Fakultaet jedoch nicht beachtete, warum auch immer (Anlage 8).

Im Gegenzug wurde der auf dem speziellen Fachgebiet in Deutschland fachkundigste Bodenkundler, Prof. Dr. G. Schaffer vom Leichtweiss-Institut fuer Wasserbau von der TU-Braunschweig, unter dessen wissenschaftlicher Leitung die Arbeiten entstanden waren, von der Begutachtung ausgeschlossen. Dies ist unueblich und von der Sache her auch  unver-staendlich, es sei denn,  es lagen fachfremde Gruende und persoenliche Animositaeten vor. Prof. Schaffer hatte  viele Jahre erfolgreich DFG-Forschungsgelder fuer die wissenschaft-lichen Arbeiten des Klaegers eingeworben (siehe auch DFG-Schwerpunkt ‚Naehrstoff-dynamik im Kontaktraum Boden/Wurzel [Rhizosphaere]’ unter Leitung von Prof. H. Marschner/Uni Hohenheim).

 

  • Neufassung der Habilitationsordnung im Jahre 2011

Im Zuge dieser Auseinandersetzungen mit der Fakultaet haben auch Fakultaetsmitglieder verstanden, dass eine missbraeuchliche Anwendung der Habilitationsordnung von 1976 durch geneigte Professoren nicht ausgeschlossen werden kann. Um weiteren Missbrauch auszuschliessen, wurde in der Neufassung von 2011 unter § 9 ‚Entscheidung ueber die Habilitationsschrift’, Absatz (1) folgender Punkt aufgenommen: ‚Aufgrund der vorliegenden Gutachten empfiehlt der Habilitationsausschuss dem Fakultaetskonvent die Annahme oder Ablehnung der Habilitationsschrift. Die Entscheidung darf nicht von der mehrheitlichen Empfehlung der Gutachter oder Gutachterinnen abweichen. Damit hat die Fakultaet nachtraeglich anerkannt, dass im Falle des Klaegers eine missbraeuchliche Interpretation der Habil-Ordnung vorgelegen hat.

►        Beweis: Habilitationsordnung (Satzung) der Agrar- und Ernaehrungswissenschaftlichen

Fakultaet der Christian-Albrechts-Universitaet zu Kiel vom 22. Juli 2011

 

  • Schweigen des Ombudsmans der CAU, Prof. Dr. Susenbeth (Anlage 9)

Auf Empfehlung des ‚Ombudsmans fuer die Wissenschaft’ der Deutschen Forschungs-gemeinschaft (DFG, Schreiben vom 20.04.2012) wandte sich der Klaeger mit seinem Anliegen am 25.01.2013 an den zustaendigen  Ombudsman der CAU, Prof. Dr. A. Susenbeth (Anlage 9). Prof. Susenbeth teilte dem Klaeger telefonisch mit, dass er als Ombudsman nicht zustaendig sei. Man fragt sich, wofuer denn sonst! Eine schriftliche und begruendete Absage erhielt er nicht. Weitere Kontaktversuche und Anfragen auf Einblick in die Habilitationsakte blieben erfolglos.

►   Zeuge:             Prof. Dr. A. Susenbeth – CAU-Kiel

Hermann-Rodewald-Str. 9

24118 Kiel

 

  • Ablehnung des Antrages an den Dekan der Agrarwissenschaftlichen Fakultaet und die Kommission  auf Bewertung der Habil-Leistung nach fachlichen Kriterien (Anlage 10-12)

Nachdem der Ombudsman der CAU seine Mitarbeit an einer Klaerung dieser Affaere abgelehnt hatte, wandte der Klaeger sich in einem Schreiben vom 07.03.2013 an den Dekan der Fakultaet, Prof. Dr. R. Horn, Schueler und Jahrzehnte langer Partner von Prof. H.P. Blume am Institut fuer Pflanzenernahrung und Bodenkunde. Auch Prof. Horn erklaerte die Agrar-wissenschaftliche Fakultaet fuer nicht zustaendig und leitete das Schreiben an die ‚Kommission zur Untersuchung von Vorwuerfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens’ der CAU unter Leitung von Prof. Dr. I. Cascorbi weiter.

Dieser Kommission lag gemaess dem Ablehnungsbescheid auch die ‚Korrespondenz des Habilitationsausschusses sowie saemtliche Gutachten und Sitzungsprotokolle vor.’ Sie konnte nach ‚eingehender Pruefung’ saemtlicher Gutachten und Sitzungsprotokollen ‚kein wissen-schaftliches Fehlverhalten’ seitens der Fakultaet feststellen und beurteilt die Entscheidungen des Gremiums als ‚transparent nachvollziehbar’. Der Antrag des Klaegers wird mit Schreiben vom 21.10.2013 als ‚unbegruendet abgelehnt’ (Anlage 10).

Bestritten wird, dass die ‚damalige Entscheidung’ dem Geiste der ‚damals gueltigen Habilitationsordnung von 1976’ gerecht wurde. In § 9 Entscheidung ueber die Habilitations-schrift (1) heisst es: ‚Aufgrund der vorliegenden Gutachten empfiehlt der Habilitations-ausschuss dem Fachbereichskonvent die Annahme oder Ablehnung der Habilitationsschrift’. Es lagen drei positive (Anlagen 4, 5 und 7) und ein negatives Gutachten (Anlage 6) vor, so dass die Voraussetzungen fuer eine Annahme der Arbeit gegeben waren.

Die Kommission sah es leider nicht als angemessen an, eine Beurteilung der Habilitations-verfahrens nach den Regeln der DFG zur ‚Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis’ vorzu-nehmen. Dies waere jedoch sehr hilfreich gewesen, die Qualitaet dieses Habiliationsver-fahrens  entsprechend dem Anspruch, den die CAU an sich selber stellt, zu beurteilen.

 

  • Mobbing durch CAU Prof. H. Boerner, den fachfremden Phytopathologen

Es stellt sich die Frage, warum es trotz mehrheitlicher, positiver Gutachterempfehlungen zur Ablehnung der Arbeit kommen konnte. Dies ist der Akte zu entnehmen, in die der Klaeger nach jahrelangen Bemuehungen leider erst am 15.06.2015 Einblick bekam, ohne jedoch ein Kopiergeraet nutzen zu duerfen. Der Akte ist zu entnehmen, dass Prof. H. Boerner auf der Fakultaetssitzung vom 12.06.1985 Einwaende gegen das Habilitationsverfahren erhob, dies jedoch von der Fakultaet abgelehnt wurde. Seine Anstrengungen gegen das Habilitations-verfahren vorzugehen, begannen schon frueher. Es ist der Akte zu entnehmen, dass sich niemand so wie er fuer die Ablehnung der Habilitation einsetzte, obwohl absolut fachlicher Laie. In einem Schreiben vom 13.04.84 an die Fakultaet (Anlage 12) spricht er sich gegen die Weiterfuehrung des Habilitationsverfahren aus mit folgenden Begruendungen:

(a) Zitat: ‚die vorgelegte Arbeit entspricht nicht den Anforderungen, die an eine Habilitationsschrift zu stellen sind’. Prof. Boerner hat nicht wahrgenommen, dass die Habilitationsschrift als Zusammenfassung nur ein Teil der Habilitationsleistung ist. Zu den zwoelf Publikationen, die bereits 20-fach von Fachleuten positiv bewertet wurden, nimmt er keine Stellung. Sie werden unterschlagen.

(b) Zitat: ‚Wenn die von Herrn Kollegen Mengel in seinem Gutachten dargestellten Einwaende richtig sind, dann bleibt dem Habilitationsausschuss keine andere Wahl als die Arbeit zurueckzuweisen.’ Dem entgegen wird in dem Schreiben von Prof. Finck an die Fakultaet (Anlage 8) ausfuehrlich dargestellt, dass die von Prof. Mengel angefuehrten Einwaende nicht haltbar sind und die Ablehnung der Arbeit aus fachlicher Sicht nicht gerechtfertigt war. Dieser Einwand wird von der Fakultaet nicht beachtet, warum auch immer.

(c) Zitat: ‚Die von Herrn Fuehr vorgelegte Stellungnahme – von einem Gutachten kann hier wohl nicht gesprochen werden – ist fuer die Beurteilung der Arbeit wenig hilfreich, da keine substantiellen Aussagen gemacht werden. Seine Zustimmung hat m.E. nur formellen Charakter’. Dem Fuehr-Gutachten ist zu entnehmen, dass seine Zustimmung auf seiner Erfahrung als langjaehriger Gutachter von DFG-Antraegen und Publikationen des Klaegers beruht. Das unterscheidet sein Urteil vom Boerner-Urteil. Im Uebrigen war Prof. Fuehr Leiter der einzigen Forschungsgruppe in Deutschland, dem Institut fuer Radioagronomie an der KFA Juelich, die auf dem Gebiet ‚Salztoleranz’ eine langjaehrige wissenschaftliche Zusammen-arbeit mit Pakistan (NIAB, Faisalabad) pflegte. Das Urteil des Prof. Boerner ueber Prof. Fuehr war eine Anmassung, die der Sache sicher nicht dienlich war.

(d) Zitat: ‚Desgleichen macht auch Herr Kollege Blume auf erhebliche Maengel aufmerk-sam, die darin gipfeln, dass Herr Schleiff sein Fachgebiet nicht beherrscht…’. Tatsaechlich heisst es jedoch im Blume-Gutachten, letzter Absatz: ‚Obwohl auch manche Formulierungen zeigen, dass Herr Schleiff sein Fachgebiet nicht ganz in der notwendigen Breite beherrscht, sehe ich das Vorgelegte als eine wohl ausreichende Habilitationsleistung an’.  Es ist zu folgern, dass Prof. H. Boerner den Originaltext manipulierte, um die von ihm betriebene Ablehnung der Arbeit durchzusetzen. Die Fakultaet akzeptierte diese Manipulation.

Wenn Prof. Blume in der Wahl seiner Formulierungen vorsichtig ist, so fliesst hier sicher auch ein, dass er als Bodenkundler sich nicht als ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der ‚Salztoleranz im Bewaesserungsfeldbau’ sieht, was beispielhaft auch aus seinem ‚Handbuch des Bodenschutzes’, 2. Auflage 1992, Ecomed Verlag, Kapitel 2.7.4 ‚Salze’, S. 318-325, hervorgeht. Die im Endergebnis positive Bewertung wird von Prof. Boerner und in der Folge auch von der Fakultaet als Ablehnung gewertet.

►        Beweise: Habilitationsakte

►        Zeuge: Prof. H. P. Blume

Christian-Albrecht-Universitaet zu Kiel

Emeritus am Institut fuer Pflanzenernaehrung und Bodenkunde

Hermann-Rodewaldstrasse 2

24118 Kiel

 

  • Verschweigen der Befangenheit des verbeamteten Prof. H. Boerner gegenueber dem Klaeger

Der Akte ist zu entnehmen, dass die Befangenheit von Prof. Boerner gegenueber dem Klaeger und dem Habilitationsausschuss verschwiegen wurde. Auch der ‚Kommission zur Untersuchung von Vorwuerfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens’ ist dieser wichtige Aspekt des Habilitationsverfahrens entgangen.

Die Befangenheit des Beamten Prof. Boerner geht auf die Studentenzeit des Klaegers zurueck und ist dokumentiert in Protokollen der Fakultaetssitzungen, die unmittelbar vor den Diplom-Pruefungsterminen (13.07. – 25.07.1970) des Klaegers abgehalten wurden. Der Klaeger wurde als Student von Prof. Boerner wiederholt gemobbt und Pruefungsprobleme angedroht. Er hatte Verbesserungsvorschlaege fuer das phytopathologische Praktikum (unter Boerner’s Leitung) angeregt, die mehr den Beduerfnissen der Studenten der Agrarwirtschaft entsprachen. Von der heftigen Ablehnung seiner konstruktiven Vorschlaege war der Klaeger so ueberrascht, dass er sich gezwungen sah, einen Antrag auf eine oeffentliche Pruefung oder durch einen unbefangenen Pruefer an die Fakultaet zu richten. Die Fakultaet erkannte das berechtigte Anliegen, entsprach seinem Antrag und genehmigte eine oeffentliche Pruefung, die der Klaeger mit gutem Erfolg bestand. Wie man aus dem Engagement Prof. Boerners fuer die Ablehnung der Habilitationsleistung unschwer entnehmen kann, hat er hier nach Jahren seine Chance fuer einen ‚Rachefeldzug’ gesehen. Die Fakultaet haette diese unsachlichen Machenschaften nicht akzeptieren duerfen, zumal damalige Mitglieder der Fakultaet diese Vorgeschichte durchaus bekannt war.

►   Beweis: Protokolle der Fakultaetssitzungen vom Mai-Juli 1970

►   Zeuge: Dr.Gerd Zabel – Quinta da Figueirinha

PT 8300 – 02 Silves/Portugal; Email: qdf@qdf.pt

 

  • Unberechtigte Forderung des fachfremden Agrarpolitikers Prof. U. Koester nach einstimmiger Annahme einer Habilitationsleistung  (Anlage 13)

Im Schreiben von Prof. U. Koester vom 11.06.1985 wird die Forderung erhoben, ‚dass man bei Habilitationen von nicht an der hiesigen Universitaet taetigen Wissenschaftlern strengere Massstaebe anlegen sollte, als bei unserem eigenen wissenschaftlichen Nach-wuchs’.  Diese Forderung nach Einstimmigkeit spielte wohl eine massgebliche Rolle bei der Ablehnung der Arbeit, entspricht aber weder der Habilitationsordnung von 1976 noch der aktuellen von 2011. Wie schon zuvor zitiert, heisst es in der HO von 2011 unter § 9 aus-druecklich: ‚Die Entscheidung darf nicht von der mehrheitlichen Empfehlung der Gutachter oder Gutachterinnen abweichen’.

Kennzeichnend fuer dieses Habilitationsverfahren war die massgebliche Meinung fachfremder Fakultaetsmitglieder wie dem Phytopathologen Prof. Boerner und dem Agrarpolitiker Prof. Koester, waehrend  die Meinung fachlich nahestehender Mitglieder wie Prof. Finck und Prof. Fuehr kaum Beachtung fanden (Anlage 8). Diese Vorgehensweise widerspricht dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 04.11.2010, in dem ueber die Ablehnung der Habilitationsschrift von Dr. Alfred Fleissner entschieden wurde.

In dem Beschluss heisst es unter II, 2. a) zum Bewertungsverfahren: ‚Das Bewertungs-verfahren muss im Rahmen des Moeglichen Objektivitaet und Neutralitaet gewaehrleisten. Daraus ergeben sich Anforderungen bezueglich der sachgerechten Auswahl der Pruefer, ihrer Zahl und ihres Verhaeltnisses zueinander, insbesondere bei Bewertungsdifferenzen (vgl. BVerfGE 84, 34<46>). Der Betroffene hat Anspruch auf eine fehlerfreie und verfahrens-maessige Leistungsbewertung durch sachkundige Personen (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Seenats vom 16. Januar 1995 – 1 BvR 1505/94 -, NVwZ 1995, S. 469 <470>). Bei fachspezifischen Fragen darf eine mit guten Gruenden vertretene Auffassung nicht als falsch bewertet werden, nur weil das Pruefungsgremium hierzu eine andere Auffassung vertritt als der zu pruefeende Bewerber (vgl. BVerfGE 84, 34 <55>).

►Beweis: BUNDESVERFASSUNGSGERICHT – 1 BvR 3389/08 –       II, 2 a)., Abs. 53

 

Es ist offensichtlich, dass in diesem Verfahren dem Anspruch des Klaegers auf Leistungs-bewertung durch sachkundige Personen nur teilweise entsprochen wurde, waehrend die Fakultaet dem Urteil sachunkundiger Personen erhebliches Gewicht zugestand.

 

  • Keine Verjaehrungsfrist fuer wissenschaftlichen Betrug

Im Schreiben der ‚Kommission zur Untersuchung von Vorwuerfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens’ der CAU unter Leitung von Prof. Dr. I. Cascorbi an den Klaeger wurde auf ‚das 28 Jahre zurueckliegende Habilitationsverfahren’ hingewiesen. Wenn dies ein Hinweis auf moegliche Verjaehrung sein soll, so soll daran erinnert werden, dass der Klaeger sich seit 1986 immer wieder aussergerichtlich um eine fachgerechte Bewertung seiner Habilitations-leistung bemueht hat, leider immer erfolglos.

Dem ist hinzuzufuegen, dass nach Aussage von Prof. Dr. Frank Kempken an der CAU‚im Betrugsfall keine Verjaehrungsfrist’ gelten soll. Manipulationen in der Bewertung von Fachgutachten durch befangene, sachunkundige Professoren sind ein Betrugsfall, der von der Universsitaet  Kiel nicht geduldet wird (KN 22.05.2013):

►   ZEUGE: Prof. Dr. Frank Kempken

Abt. Genetische Botanik und Molekularbiologie
Botanisches Institut und Botanischer Garten
Christian-Albrechts-Universität
Olshausenstraße 40
D-24098 Kiel

Wissenschaft verjaehrt bekanntlich nicht!

 

  • Anspruch des Habilitanden auf Gehoer zu Bedenken der Fakultaet

In der HO von 1976 ist im § 3 festgelegt, dass dem ‚Bewerber Gelegenheit zu geben ist, zu vorgebrachten Bedenken Stellung zu nehmen’. Die Fakultaet hat dieser Forderung nicht entsprochen. Der Klaeger hatte keine Gelegenheit, weder schriftlich noch muendlich, zu vorgebrachten Bedenken Stellung zu nehmen, da ihm erst ab 1997 Einblick in die Gutachten zustand.

►  Beweis: Habilitationsordnung des Fachbereichs Agrarwissenschaften, § 3

 

Der Klaeger war sich der Komplexitaet seiner Arbeit bewusst und hat der Fakultaet deshalb wiederholt angeboten, einen entsprechenden Fachvortrag zu halten und Bedenken zu klaeren. Dieses Angebot hat er noch im Juni 2015 anlaesslich eines vierstuendigen Gespraeches mit dem zustaendigen Institutsleiter Prof. Muehling wiederholt, das leider bis heute nicht angenommen wurde. Andererseits ist der Klaeger aufgrund seiner Publikationen weltweit (z.B. Israel, Pakistan, USA, Jordanien, Oman, Qatar, Polen, Ungarn) zu Vortraegen aus seiner Habilitationsarbeit eingeladen worden. Nach Ablehnung seiner Habilitationsleistung hat der Klaeger weitere Publikationen in begutachteten Fachzeitschriften und Fachtagungen veroeffentlicht (siehe auch Website des Klaegers www.salinity.de).

 

  • Ablehnung der Dienstaufsichtsbeschwerde durch das Ministerium fuer Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung (Anlagen 14 und 15)

In seinem Schreiben vom 08.01.2016 richtete der Klaeger eine Dienstaufsichtsbeschwerde an die Staatskanzlei Schleswig-Holstein mit der Bitte, eine Beurteilung seiner Habilitations-leistung nach fachlich wissenschaftlichen Kriterien zu erwirken. Ferner beantragte er auch, dass der Beitrag ‚wissenschaftliches Fehlverhaltens’ durch die Agrarwissenschaftliche Fakultaet und einzelner Mitglieder zum Scheitern seiner Habilitation identifiziert und bewertet werden. Sein Antrag wurde abgelehnt (Anlagen 14, 15).

► Schreiben des Ministeriums vom 18.04.2016 (Anlage 14)

Email Steffen Spruessel, Ministerium fuer Soziales…, vom 12.07.2016 (Anlage 15)

 

 

Aufgrund der dargestellten  Maengel des Habilitationsverfahrens beantragt der Klaeger seine wissenschaftliche Rehabilitation und eine finanzielle Entschaedigung.

 

 

Mit freundlichem Gruss,